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Waidgerechtigkeit und „Wobbler-TÜV“

Öffnet man von  Onlinehändlern auf die Reise geschickte Pakete mit Kunstködern, so muss man diese oft rasch wieder schließen und samt ihres Inhalts im „Sondermüll“ entsorgen, denn was heute massenhaft und für wenige Cent als Wobbler angeboten bekommt, spottet jeder Beschreibung. Die fernöstlichen Billigköder sind mit ihren instabil montierten Haken alles andere als waidgerecht und aufgrund ihres Materials oft extrem umweltschädlich.

Was gute von schlechten Modellen unterscheidet:

Bei diesem Billigwobbler wurden die Haken mit Minischräubchen in den aus Plastik gegossenen Wobblerkörper „geschraubt“ – Ein durch und durch skandalöses Produkt.

Qualitätsmerkmale guter Wobbler

Wobbler werden sowohl aus Kunststoff wie auch aus Holz gemacht. Beide Werkstoffe haben Vor- und Nachteile, so dass es den idealen Wobbler leider nicht gibt.

Kunststoffwobbler sind entweder innen hohl oder bestehen aus einer massiven Schaummasse. Hohle Wobbler sind schwimmende Modelle, während sinkende aus Hartschaum gegossen werden. Bei Wobblern aus Holz ist es so, dass Schwimmwobbler aus Balsaholz gefertigt werden, während sinkende Wobbler aus schweren Tropenhölzern oder aus Lindenholz geschnitzt sind.

Ob ein Wobbler aus Kunststoff oder aus Holz gemacht wurde, sagt zunächst nichts über seine Qualität aus, denn es gibt gute und schlechte Modelle aus beiden Materialien. Es versteht sich von selbst, dass die Lackierung eines Wobblers scharfen Hechtzähnen zu widerstehen hat, die Haken scharf und stabil sein sollen und die Sprengringe hohen Belastungen standhalten müssen.

Die Verarbeitungsqualität von Wobblern zeigt sich meist erst dann, wenn man sie an starker und geflochtener) Schnur einsetzt, denn durch die dehnungsfreie Leine lastet im Drill ein gewaltiger Zug auf Haken, Sprengringen und Wobblerkörper. Billige Haken werden dann oft aufgebogen oder brechen, Sprengringe öffnen sich oder Wobblerkörper brechen auseinander.

Um solche für den Angler unerfreulichen und für den gehakten Raubfisch oft tödlich endenden Szenarien zu vermeiden, ist es wichtig, sich für qualitativ hochwertige Wobbler zu entscheiden. Ein guter Wobbler muss deshalb nicht nur mit scharfen Haken und guten Sprengringen ausgestattet sein, sondern auch über eine stabile und durchgängige Aufhängung aus massivem Draht für Karabiner und Sprengringe verfügen, was man natürlich von außen nicht sehen kann. Ein gutes Qualitätskriterium ist aber stets der Preis sowie der Name des Herstellers. Billige Wobbler, die im Fachhandel für ein paar Euro angeboten werden, stammen immer aus fernöstlicher Massenproduktion und taugen rein gar nichts. Namhafte Hersteller (z. B. Rapala) bürgen durch hervorragende Verarbeitung und langjährige Tradition für Qualität. Zumeist sind diese Wobbler handgemacht und jeder einzelne wird im Werk auf seine Verarbeitung und Laufeigenschaften überprüft.

Neben Material und Verarbeitung sind natürlich auch die Laufeigenschaften eines Wobblers wichtige Qualitätskriterien. Der Wobbler muss beim Einzug einen stetigen Geradeauslauf haben und nicht ungewollt seine Bahn verlassen oder sich gar überschlagen. Daneben muss er auch die auf der Verpackung angegebenen Lauftiefen einhalten sowie tadellos lackiert sein, damit er kein Wasser zieht.

Einsteiger sollte ihre Wobbler in Fachgeschäften Kaufen, sich dort beraten lassen und von billigen Modellen die Finger lassen.

Ein Video zum Thema finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=pD23oY-c7CY

 

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